
Lipoprotein(a) , auch Lp(a) genannt, erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Erfahren Sie wie Lp(a)-Testung und personalisierte Vorsorge Ihr Herz schützen.
Was ist Lipoprotein(a)?
Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein genetisch bestimmter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hohe Werte des Lp (a) erhöhen das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Aortenstenose. Aber viele Menschen wissen nichts von ihrem Risiko, weil Lp(a) standardmäßig oft nicht getestet wird. Eine gezielte Testung des Lp (a) ist jedoch besonders wichtig.
Ein Genetischer Risikofaktor, der oft übersehen wird
Lp(a) wird vererbt. Ihr Wert bleibt ein Leben lang relativ konstant. Normale Werte liegen meist unter 50 mg/dl oder unter 125 nmol/L. Werte darüber gelten als erhöht. Auch wenn Cholesterinwerte normal sind, kann ein hoher Lp(a)-Wert das Herz stark belasten.
Warum Lp(a)-Testung wichtig ist
Alle Erwachsenen sollen mindestens einmal im Leben den Lp(a)-Wert testen lassen. Nur so können Ärzte frühzeitig präventive Maßnahmen planen. Die Testung lohnt sich besonders bei Menschen, die ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, und das kann verschiedene Gründe haben.
Zum Beispiel besteht eine Vorbelastung, wenn in der Familie bereits ein Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgetreten ist. Ebenso ist es besorgniserregend, wenn sich die Blutgefäße, also die Arterien, bereits in jungen Jahren verengt haben und dies bereits nachgewiesen wurde. Darüber hinaus gibt es Menschen, bei denen der Wert des „schlechten“ Cholesterins (LDL-Cholesterin) unerklärlich hoch ist, obwohl die Ursache dafür nicht klar ist. Solche Faktoren sowie die familiäre Vorgeschichte können auf ein erhöhtes Risiko hindeuten.
Wie der Test abläuft
Der Lp(a)-Test ist eine einfache Blutuntersuchung. Die Werte werden in mg/dl oder nmol/l angegeben. Ihr Kardiologe bespricht das Ergebnis und mögliche Maßnahmen.
Lp(a)-Werte richtig interpretieren
In deutschen und internationalen wissenschaftlichen Veröffentlichungen finden sich meist diese typischen Grenzwerte / Kategorien:

Werte > 125 nmol/L oder > 50 mg/dL gelten als deutlich erhöht und erfordern ärztliche Beratung.
Risiken bei erhöhtem Lp(a)
Erhöhtes Lp(a) kann vor allem bei zusätzlich bestehenden Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes, Übergewicht mit Bauchfett, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung zu frühem Auftreten von ernsten Veränderungen und Ereignissen führen:
• Ablagerungen / Verstopfungen in den Herzkranzgefäßen (Arteriosklerose)
• Frühzeitiger Aortenklappenverkalkung
• Erhöhtem Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko
Frühzeitige Diagnose und Therapie können Komplikationen deutlich reduzieren.
Therapieoptionen bei erhöhtem Lp(a)
Es gibt keine medikamentöse Standardtherapie, die Lp(a) direkt senkt.
Es ist eine Prävention unter Berücksichtigung der eigenen Risikofaktoren empfohlen.
Lifestyle-Maßnahmen
Um die Herzgesundheit zu verbessern, gibt es eine Reihe von Lebensstilmaßnahmen, die Sie ergreifen können, denn sie wirken zusammen, um Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Wenn Sie zum Beispiel mit dem Rauchen aufhören, ist dies bereits eine der wichtigsten und wirkungsvollsten Entscheidungen, die Sie treffen können. Ebensowichtig ist regelmäßige Bewegung, weil sie nicht nur Ihr Herz stärkt, sondern auch dabei hilft, ein gesundes Gewicht zu halten. Außerdem sollten Sie Ihre Ernährung anpassen, indem Sie auf eine gesunde Kost mit wenig gesättigten Fetten achten, da dies einen großen Unterschied macht. Sollte Sie übergewichtig sein, ist eine Gewichtsabnahme ebenfalls entscheidend. Denn all diese Maßnahmen sind letztlich eng miteinander verbunden und tragen gemeinsam dazu bei, dass Ihr Herz und Ihre Blutgefäße lange gesund bleiben.
Zusammenfassung der empfohlenen Lifestyle-Maßnahmen:
- Rauchstopp: Das Rauchen aufgeben, um das Herz-Kreislauf-System zu schützen.
- Regelmäßige Bewegung: Herz und Körper durch regelmäßige Aktivität stärken.
- Gesunde Ernährung: Eine fettarme Ernährung mit wenig gesättigten Fetten bevorzugen.
- Gewichtsabnahme: Bei Übergewicht das Gewicht reduzieren.
Medikamentöse Optionen
Neben Lifestyle-Änderungen gibt es auch medikamentöse Optionen, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Zum Beispiel werden Statine eingesetzt, weil sie das LDL-Cholesterin effektiv senken und somit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall reduzieren. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass Statine das Lp(a) nicht direkt beeinflussen.
Darüber hinaus wird derzeit intensiv an neuen, spezifischen Lp(a)-Senkern geforscht, die in klinischen Studien getestet werden. Falls diese sich als wirksam erweisen, könnten sie eine neue Behandlungsoption für Menschen mit hohem Lp(a)-Wert darstellen. Zudem sind die Blutdrucksenkung und ein gutes Diabetes-Management entscheidende Maßnahmen, denn sie tragen ebenfalls zur Minimierung des Risikos bei, was zeigt, wie wichtig ein ganzheitlicher Therapieansatz ist.
Medikamentöse Optionen im Überblick:
- Statine: Senken das LDL-Cholesterin und reduzieren so das Herz-Kreislauf-Risiko, wirken aber nicht direkt auf Lp(a).
- Neue spezifische Lp(a)-Senker: Werden momentan in Studien erprobt.
- Blutdrucksenker und Diabetes-Management: Sind entscheidend, um das Risiko zusätzlich zu minimieren.
Regelmäßige kardiologische Kontrolle
Auch bei normalem Lp(a)-Wert sind regelmäßige Check-up-Untersuchungen sinnvoll. Die Kontrollen sollten individuell festgelegt werden, abhängig von den anderen vorhandenen Risikofaktoren.
Praktische Tipps
- Lassen Sie sich frühzeitig testen.
- Erkundigen Sie sich in der Familie über erhöhte Cholesterinwerte und Lipoprotein (a) und auch über Herzinfarkte und Schlaganfälle.
- Besprechen Sie mögliche Medikamente oder Studien zu Lp(a)-Senkern.
- Schreiben Sie Ihre Werte auf und notieren Sie die Termine.
Weitere Informationen
Möchten Sie weitere Informationen zu den genannten Themen, wie den Risikofaktoren oder den Therapieoptionen, erhalten, dann finden Sie hier weiterführende Quellen:
- Patientenratgeber der DGFF = Deutsche Gesellschaft für Fettstoffwechselstörungen und Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e. V.
- Information der Deutschen Herzstiftung
FAQ – häufig gestellte Fragen
Wer sollte Lp(a) testen lassen?
Alle Erwachsenen, besonders bei familiärer Vorbelastung oder vorzeitiger Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Wie oft sollte getestet werden?
Lp(a) bleibt meist konstant. Ein einmaliger Test im Erwachsenenalter reicht oft. Bei erhöhten Werten oder Studienbeteiligung kann ein Follow-up sinnvoll sein.
Kann ich Lp(a) selbst senken?
Direkt senken lässt sich Lp(a) aktuell nur schwer.
Lifestyle-Maßnahmen und Medikamente zur Risikominimierung sind entscheidend.
Herzgesundheit langfristig sichern
Regelmäßige Kontrollen, gesunde Lebensweise und frühzeitige Testung schützen Herz und Gefäße.
Früh handeln reduziert Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall !
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Schützen Sie Ihr Herz rechtzeitig – frühzeitige Testung ist der erste Schritt!